Dem Wasser die Härte nehmen

Neben optischen Gründen ist der Schutz der Trinkwasserinstallation vor Kalkablagerungen ein gewichtiger Aspekt für Maßnahmen zur Trinkwassernachbehandlung. Kalk in Trinkwasserinstallationen ist bis zu dem Grad vertretbar, solange er in Lösung bleibt und im Anlagensystem keine Ablagerungen bildet. Sobald anhand der Wasserparameter und des Härtebereichs Kalkausfällungen zu erwarten sind, sollten sowohl zum Schutz der Installation als auch für die Trinkwasserhygiene Maßnahmen zur Trinkwassernachbehandlung eingeplant werden. Oberhalb einer Kalziumkarbonat-Massenkonzentration von 2,5 mol/m³ (entspricht 14 °dH) ist für die Trinkwassererwärmung eine Härtestabilisierung oder Enthärtung vorzusehen.

Wasserenthärtung mittels Ionenaustauschverfahren

Wässer haben je nach Zusammensetzung und Inhaltsstoffen eine unterschiedliche Neigung zur Kalkausfällung. Die Härtebildner Kalzium und Magnesium zählen aber zugleich auch zu den Mineralstoffen, die für den Menschen lebensnotwendig sind. Aus diesem Grund ist beim Einsatz von Enthärtungsanlagen generell nur eine Teilenthärtung sinnvoll.

In mehr als der Hälfte bundesdeutscher Haushalte strömt Wasser im mittleren bis hohen Härtebereich durch die Leitungen. Die beiden gängigsten Verfahren sind die Wasserenthärtung mittels Ionenaustauschverfahren und die Härtestabilisierung mittels Dosiertechnik.

Das Ionenaustauschverfahren ist naturidentisch und seit Jahrzehnten bewährt. Bei diesem Verfahren werden Kalzium- und Magnesiumionen gegen unbedenkliche Natriumionen getauscht. Dazu durchströmt das Rohwasser einen Behälter mit einer Füllung von Austauscherharz, an dem die Natriumionen anlagern und beim Durchströmen gegen Kalzium- bzw. Magnesiumionen getauscht werden. Zur Reduzierung der Wasserhärte um 1 °dH werden 8,2 mg/l Natriumionen benötigt. Die Menge an gelösten Salzen ändert sich durch den Ionenaustausch nicht. Sobald die Austauscherkapazität einen definierten Wert unterschreitet, löst die Steuerung von Enthärtungsanlagen einen Regenerationsvorgang aus. Ionenaustauscheranlagen werden mit Salz (Natriumchlorid) regeneriert, das in einem Salzbehälter lagert. Danach stehen an der Oberfläche des Austauscherharzes wieder Natriumionen zur Verfügung.

Verbesserungen im Detail machen aber auch vor bewährter Technologie nicht halt. So überwachen zum Beispiel die Grünbeck-Weichwasseranlagen der Baureihe softliQ den Salzvorrat automatisch. Für die Trinkwasserhygiene sorgen eine Befüllung mit lebensmittelechtem Austauscherharz und eine totraumfreie Verteilung des Wassers.

Die laufenden Betriebskosten für eine Enthärtungsanlage summieren sich aus dem Verbrauch an Regeneriersalz und Strom sowie aus den Wartungskosten. Moderne Weichwasseranlagen sparen Energie und Ressourcen, indem sie die Leistung der vorgewählten Rohwasserhärte und dem Wasserentnahmeprofil anpassen. Um sowohl den Stromverbrauch als auch den Bedarf an Regeneriersalz zu reduzieren, passen die von Grünbeck entwickelten softliQ-Weichwasseranlagen durch eine intelligente Steuerung den Anlagenbetrieb an das tatsächliche Nutzerverhalten an. Damit die stetige Versorgung mit enthärtetem Wasser sichergestellt ist, registriert die Steuerung selbstlernend den längsten Zeitraum, in dem gewöhnlich kein Wasser benötigt wird. Darüber hinaus regeneriert die Weichwasseranlage jeweils nur die verbrauchte Anlagenkapazität, führt jedoch zum Erhalt der Trinkwasserhygiene spätestens nach vier Tagen automatisch eine Vollregeneration durch. Das Gerät misst über einen Infrarot-Lichtsensor die Füllhöhe der Salzmenge und erinnert den Anlagenbetreiber auf der Displayanzeige, per E-Mail oder über die myGrünbeck-App auf Smartphone bzw. Tablet rechtzeitig an das Nachfüllen. Diese Fernkontrolle über mobile Endgeräte ist vor allem für Gebäudetechnik-Verantwortliche von Vorteil, die nicht regelmäßig im Gebäude sind.

Fazit

Kalkablagerungen erhöhen nicht nur den Energieverbrauch, sondern bergen durch ihre unebene Oberfläche auch das Risiko, dass sich Bakterien und Keime ansiedeln können. Die Vermeidung von Kalkablagerungen entzieht diesen eine Grundlage zur Vermehrung. Darüber hinaus sichert der Schutz vor Kalkablagerungen die Langlebigkeit der Trinkwasserinstallation und vermeidet unnötigen Energieverbrauch in der Warmwasserbereitung.

Quelle: https://www.sbz-online.de/SBZ-2017-16/Dem-Wasser-die-Haerte-nehmen,QUlEPTc3OTE2MSZNSUQ9MTAxOTAy.html?UID=B79DCC9E8202E23FBB2620CF812C3292376A073C293ACC