Unerklärliche Undichtigkeiten an Heizungs- und Wasserrohren

Elektrischer Strom als Ursache für Rohrkorrosion Verschleppte elektrische Betriebsströme im Schutzleiter- und Potenzialausgleichssystem rufen jedes Jahr Millionenschäden hervor. Oft unerkannt ist, dass sie auch die Ursache für Korrosion an Rohren sind.

Dass Strom und Wasser sich nicht gut vertragen, ist allgemein bekannt. Aber wieso sollte Strom in Rohren fließen, dafür gibt es doch Kabel – oder nicht? Wenn ein Stromnetz korrekt aufgebaut ist, fließt der Strom auch nur in den dafür vorgesehenen Leitungen. Stromnetze müssen aber aus Sicherheitsgründen geerdet werden, das bedeutet, es gibt elektrische Verbindungen zu metallischen Gebäudeteilen, also auch Rohren.

Um die Erdung zu erwirken, wird der sogenannte Neutralleiter (er führt den Strom von den Verbrauchern zurück zum Hausanschluss) mit dem Potenzialausgleich und den Erdungsleitungen verbunden.

Da vorschriftsgemäß auch Rohre aus Metall in den Potenzialausgleich eingebunden sein müssen (also Verbindungen zu den Erdungsleitungen haben) kann der Rückstrom vom Verbraucher einen zusätzlichen Weg nehmen.

Solange eine elektrische Anlage gemäß dieser Norm korrekt errichtet wurde, werden keine Probleme und auch keine Rohrkorrosion auftreten. In der Praxis zeigt sich aber, dass insbesondere Anlagen aus der Zeit vor Inkrafttreten der Norm im Jahr 2010 Mehrfacherdungen aufweisen. Aber auch Neuanlagen sind oft fehlerhaft ausgeführt oder es sind an bisher korrekten Anlagen nachträglich zusätzliche Erdungen eingebaut worden. Manchmal geschieht dies versteckt durch N-PE-Brücken in Maschinen. Die Folge sind dann Ströme auf Rohrleitungen und damit die Korrosion.

Neben den zunächst einmal finanziellen Folgen von Feuchtigkeitsschäden besteht aber je nach Medium in den Rohren auch Gefahr für Leib und Leben.

Die Aufgabenstellung besteht nun in der Suche der Störverursacher, der Ausbreitungswege der Ströme und eines Anlagenumbaus möglichst auf ein TN-S-Netz (5-Leiter).

Um die genannten Probleme zu beheben, muss dazu das Netz analysiert werden. Dies betrifft die Struktur der Stromversorgungsanlagen, dazu gehören auch Messungen der Stromwege. Es stellen sich folgende Fragen:

An welchen Stellen der Anlage treten die Korrosionen auf?

Welche Ströme fließen wo entlang?

Ist die Netzform EMV-gerecht und gemäß DIN VDE 0100 444 2010 ausgeführt?

Ist ein zentraler Erdungspunkt vorhanden?

Ist er wirksam?

Wo liegen ggf. zusätzliche Erdungsbrücken?

Gibt es darüber hinaus magnetische bzw. induktive Einstreuungen?

Messtechnisch bedarf es neben empfindlichen sogenannten Leckstromzangen (typische, normale Stromzangen für große Ströme eignen sich nicht) noch tragbarer Oszilloskoptechnik mit dazu passenden Wandlerzangen sowie einer Feldsonde, um magnetisch eingekoppelte Ströme zu finden.

Quelle: https://www.sbz-online.de/Zeitschrift/Aktuelle-Ausgabe/article-801270-101894/unerklaerliche-undichtigkeiten-an-heizungs-und-wasserrohren-.html